Unsere Fototasche

Nachdem ich lange Zeit mit Minolta analog unterwegs war, bin ich mit Sony im Jahr 2008 erst relativ spät in die Welt der Digitalfotografie eingestiegen. Der zum A-Bajonett kompatible Kameraanschluss von Sony erleichterte mir damals den schnellen Umstieg. Die neuen Vorteile und Möglichkeiten der Digitalfotografie lernte ich schnell schätzen sodass ich mich später für einen Systemwechsel zu Nikon entschieden haben.

Oft werden wir gefragt, womit wir eigentlich unsere Fotos machen. Klar, ohne die richtige Ausrüstung, fehlt einem natürlich das Werkzeug für die Fotografie. Jedoch sollte man sich nicht zu sehr von dem neuesten Hype beeinflussen und leiten lassen. Bevor du viel Zeit in das letzte technische Detail steckst, solltest du deine Zeit lieber mit Fotografieren verbringen.

Im Folgenden stellen wir dir unsere Ausrüstung vor, mit der wir glücklich und zufrieden sind und die wir uns ausschließlich nach unseren Anforderungen zusammengestellt haben. Die Auflistung soll daher nicht als Kaufempfehlung verstanden werden sondern vielmehr einen kurzen Eindruck vermitteln, womit wir unsere Fotos machen.

In diesem Sinne: viel Spaß beim Stöbern!

Nikon D7000

Als Kamerabody setzen wir die D7000 von Nikon ein. Obwohl die Kamera mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen ist, sind wir nach wie vor sehr zufrieden. Bildqualität und Handling sind für eine Kamera mit APS-C Sensor (16 MP) in dieser Preisklasse hervorragend. Lediglich in den Extrembereichen wie z.B. der Astrofotografie stößt die Kamera aufgrund der doch recht hohen Rauschempfindlichkeit an ihre Grenzen. ISO-Werte jenseits von 3200 sollten vermieden werden.

Der Body besteht aus einem Aluminium-Magnesium-Chassis, der die Kamera sehr robust und hochwertig wirken lässt. Zudem hat Nikon alle Schalter und Klappen spritzwassergeschützt verbaut. Beides Eigenschaften, die wir speziell auf unseren Reisen zu schätzen wissen, da es dort auch mal rauher zur Sache geht. Einzig das fehlende Klapp-Display vermisse ich tatsächlich.

Irix 15mm f/2.4 Firefly

Das Irix ist ein hervorragendes Superweitwinkelobjektiv mit manuellem Fokus. Wir nutzen es als Ergänzung zum Sigma 18-35 und setzen es vorwiegend in der Astro- und Lanschaftsfotografie ein. Der schweizer Hersteller TH Swiss AG hat dem Irix einige sehr innovative und praktische Features mitgegeben, die wir bislang so noch an keinem Objektiv gesehen habe. Besonders hervorzuheben ist das Einrasten des Fokus bei Unendlich sowie die Möglichkeit, die Fokus-Stellung zu fixieren. Beides Features, die sich gerade in der Astrofotografie als äußerst praktisch gezeigt haben. Interessant ist auch der Filtereinschub direkt am Objektivanschluss.

Die Schärfe bei Offenblende ist großartig und kann mit unserem Sigma durchaus mithalten. Während an Vollformatkameras die vollen 15mm Brennweite genutzt werden können, erhöht sich diese an Nikon Crop-Kameras bekanntermaßen auf das 1,5-fache auf immer noch passable 22,5mm.

Sigma 18-35 f/1.8 Art

Als „Immerdrauf“ verwende ich das großartige Objektiv aus der Art Serie von Sigma. Mit einer durchgängigen Lichtstärke von f/1.8 zwischen 18 und 35mm Brennweite ist das Sigma meine erste Wahl für Landschafts- und Astroaufnahmen. Die Leistung im Weitwinkelbereich ist hervorragend und die Schärfe absolut beeindruckend. Haptik und Handling sind sehr gut. Allerdings ist es mit ca. 810 g nicht gerade ein Leichtgewicht im Gepäck.

Praktisches Feature: mit Hilfe des USB-Dock von Sigma kann die Fokuskalibrierung bequem über den eigenen PC vorgenommen werden. Auf dieselbe Art und Weise kann auch die Firmware aktualisiert werden.

Tamron 70-300 f/4-5.6

Das Tamron 70-300 ist mein Standard-Teleobjektiv. So richtig gefordert wurde es auf unserer Reise nach Südafrika. Schön sind die 300mm Brennweite, die sich bei Nikon Crop-Kameras auf 450mm vergrößern. Der Bildstabilisator arbeitet solide. Die Abbildungsleistung ist ausreichend. Grundsätzlich dürfen in dieser Preisklasse keine Wunder erwartet werden, dennoch bietet das Tamron für den Einstieg in die Wildlife-Fotografie ein recht ordentliches Preis-Leistungsverhältnis.

Sirui ET-2004/E-20

Das Sirui ist ein sehr stabiles Stativ, das auch bei einem etwas stärkeren Windstoß noch standhält. Das Stativ ist in einer Karbon- oder Aluminiumvariante erhältlich. Bei uns kommt die etwas schwerere Variante aus Aluminium zum Einsatz. Mit einer Arbeitshöhe von 144 cm und einer Belastbarkeit bis 12 kg ist ein angenehmes und stabiles Arbeiten gewährleistet. Zusätzlich kann die Mittelsäule durch eine, ebenfalls im Lieferumfang befindliche, kurze Mittelsäule ersetzt werden, die ein bodennahes Arbeiten ermöglicht. Die Verarbeitung ist solide, das Handling angenehm. Als Kopf verwenden wir den ARCA-kompatiblen Kugelkopf E-20, ebenfalls von Sirui.

Joby GorillaPod

Als leichtes Stativ für „zwischendurch“ verwenden wir das GorillaPod von Joby in der 3K-Variante (Tragkraft: 3 kg). Die Festigkeit der Gelenke sowie die Flexibilität der Beine sind zwar beeindruckend. Ob ich allerdings meine Kamera samt Objektiv damit an einem Laternenmast befestigen würde, weiß ich nicht. Für ungezwungene Selfies oder um einfach ein kleines und leichtes Stativ dabei zu haben, ist es jedoch ideal.

Arca Swiss L-Winkel

Kaum noch aus unserer Fototasche wegzudenken ist der sog. L-Winkel. Eine geniale Erfindung, die es ermöglicht, die Kamera sowohl im Quer- aber vor allem im Hochformat direkt auf einem Arca-Swiss-kompatiblen Stativ zu montieren. Besonders für die Aufnahmen von Panoramen ist dies ein äußerst praktisches Hilfsmittel. Unterschiedliche Hersteller bieten maßgeschneiderte L-Winkel für diverse Kameramodelle an. Wir verwenden ein Modell von Mengs. Eine sehr große Auswahl an Kameramodellen gibt es aber auch von Really Right Stuff, jedoch deutlich teurer.

Mengs PAN-A 3/8 Stativadapter

Für Panoramen hat sich dieser Stativadapter hervorragend bewährt, der sich mit einer zusätzlichen Adapterplatte direkt auf dem Stativ-Kugelkopf montieren lässt. Darauf wird dann die Kamera montiert. Da sich die um 360 Grad drehbare Einheit des Stativadapters jetzt oberhalb des Kugelkopfes befindet, ist die Kamera immer in einer waagerechten Ausrichtung, was für Panorama-Aufnahmen unerlässlich ist.

Filter haben für uns in der digitalen Fotografie längst nicht mehr die Bedeutung wie noch zu Zeiten der analogen Fotografie. Jedes zusätzliche „Glas“ verschlechtert aus unserer Sicht die Bildqualität ein wenig. Insbesondere UV/Skylight/Schutzfilter, die gerne als Objektivschutz verwendet werden, haben wir aus unserer Fototasche verbannt. Gleiches gilt für Polfilter: was zu analogen Zeiten unverzichtbar war, findet bei uns kaum mehr Anwendung.

Ganz anders verhält es sich mit Graufiltern, die wir immer wieder gern für Langzeitbelichtungen einsetzen. Das wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Schraubfilter bietet für uns der Graufilter von Haida in der extra schmalen Variante. Vignettierung ist hier kein Thema. Konkret setzen wir den ND1000 ein.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den jeweiligen Filter für das Objektiv mit dem größten Filterdurchmesser zu kaufen und mithilfe sog. Step-Up-Adaptern an Objektive mit kleinerem Durchmesser anzupassen. Das spart nicht nur Geld im Portemmonaie sondern auch Platz in der Fototasche.

Pixel Intervall-Auslöser

Für Langzeitbelichtungen (z.B. in der Astrofotografie) sowie für Zeitraffer-Aufnahmen verwenden wir einen externen Intervall-Auslöser. Im Vergleich zu den in der Kamera verbauten Funktionen kann ein externer Auslöser auch dann programmiert werden, während die Kamera auf dem Stativ steht, ohne die Kameraposition und damit den Bildausschnitt durch Drücken der Knöpfe ungewollt zu verändern. Weiterhin bietet ein externer Auslöser mehr Funktionen. Der Pixel-Timer wird mit 2 AAA Batterien oder Akkus betrieben. Die Bedienung ist einfach und das beleuchtete Display ist besonders für Nachtaufnahmen gut geeignet. Durch die Möglichkeit, das Anschlusskabel zu tauschen, ist der Auslöser zu nahezu jeder Kamera komptibel. Wir sind mit dem Pixel Intervall-Auslöser sehr zufrieden.

ASToptics Heizband USB

Diese „Objektivheizung“ ist für die Astrofotografie unerlässlich, da die Taubildung bei Nachtaufnahmen ein großes Problem darstellt. Wer in einer Spätsommernacht schon mal für längere Zeit in der Natur unterwegs war, kennt diesen Effekt, der immer dann auftritt, wenn die Lufttemperatur niedriger ist als der sog. Taupunkt. Für die Astrofotografie ist dies ein besonders negativer Effekt, da hierdurch das Objektiv vorn beschlägt (Taubildung), was die Bilder im Endeffekt unbrauchbar macht.

Die Heizmanschette wird im Bereich der Sonnenblende am Objektiv befestigt und sorgt dafür, dass die Temperatur im Bereich der Linse etwas erhöht wird. Die Bildug von Tauniederschlag wird somit verhindert. Wir verwenden die USB-Version, sodass die Stromversorgung über eine Powerbank hergestellt werden kann.

Stirnlampe für Nacht- und Astroaufnahmen

Als äußerst praktisch hat sich speziell für Astroaufnahmen die Verwendung einer Stirnlampe mit Rotlicht erwiesen. Rotlicht ist die einzige Möglichkeit, die Adaption des Auges an die Nachtsicht nicht zu stören. Nur so ist gewährleistet, dass man bei schwachem Rotlicht z.B. die Kamera bedienen oder im Rucksack etwas kramen kann, ohne dass sich das Auge bei der Verwendung einer Taschenlampe mit weißem Licht mühsam wieder an die Dunkelheit gewöhnen muss. Gleichzeitig werden es einem die ggf. andere anwesende Fotografen danken, wenn ihre Bilder nicht durch einen hellen Taschenlampenkegel gestört werden. Wichtig bei der Wahl der Stirnlampe war, dass das Rotlicht separat ein-/ausgeschaltet werden kann. Wir verwenden die Tikka XP von Petzl, die uns stets auf allen Reisen begleitet und mit 3 AAA Batterien oder Akkus betrieben werden kann.

Powerbank

Um die Stromversorgung auch unterwegs zu sichern, verwenden wir den Anker PowerCore 20100 mAh. Die universelle Powerbank lädt vom Handy bis zum Notebook nahezu alles. Weiterhin können über die beiden USB-Anschlüsse weitere externe Geräte wie z.B. die Heizmanschette betrieben werden. Die Kapazität von 20100 mAh wird auch von den Fluggesellschaften noch akzeptiert, sodass wir die Powerbank ohne Bedenken im Handgepäck mitnehmen können.

Datacolor Spyder4PRO

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Fotobearbeitung am PC ist ein korrekt kalibrierter Bildschirm. Andernfalls ended die Bildbearbeitung meist in einem Blindflug, da man sich nie sicher sein kann, ob die gewünschten Farben auch erreicht werden können. Mit dem Spyder steht einem ein einfaches Kalibrierungswerkzeug zur Verfügung, das in kurzer Zeit für jeden Bildschirm ein Kalibrierungsprofil erstellt, das anschließend in die Grafikkarte – bei Hardware-kalibrierbaren Bildschirmen direkt in den Bildschirm – geladen wird und somit für jede Anwendung zur Verfügung steht. Somit kann man sich sicher sein, dass die Farbwiedergabe korrekt ist und man seine Bilder nicht in die verkehrte Richtung korrigiert. Ein korrekt kalibrierter Bildschirm hat somit einen enormen Einfluss auf die Bildqualität der eigenen Fotos.

Speicherkarten

Als Speicherkarten setzen wir ausschließlich Class 10 Karten von SanDisk ein. Bewährt hat sich die Kapazität von 32 GB. Auf Reisen speichern wir unsere Fotos nach dem Rotationsprinzip und wechseln die Karte täglich. Bei Datenverlust gehen auf diese Weise nur einzelne Tage verloren und nicht große Zeiträume.

Adobe Lightroom

Lightroom ist bekanntermaßen die Standardsoftware für Profi- und Amateurfotografen im Bereich Fotobearbeitung und -verwaltung. Lightroom unterstützt dabei den kompletten Workflow vom Import und Entwickeln der Fotos über deren Organisation bis hin zur Weiterverarbeitung für andere Medien. Mittlereweile bietet Adobe Lightroom unter dem Namen Lightroom CC Classic nur noch als Abo-Modell an. Da ich von diesen Mietmodellen nicht viel halte, nutze ich die letzte Kaufversion von Lightroom in der Version 6.14.

Adobe Premiere Elements

Zum Schneiden unserer Videos verwenden wir Premiere Elements ebenfalls von Adobe. Die einfache und intuitive Bedienung ermöglicht es, dass wir uns beim Videoschnitt auf das Wesentliche konzentrieren können. Und das ist immerhin noch aufwändig genug.

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