Südafrika, De Hoop

Die Geschichte zum Bild: Ein Abstecher nach De Hoop

Während wir in den letzten beiden Folgen unserer Reihe „Die Geschichte zum Bild“ aus dem hohen Norden berichtet haben, erzählt diese Geschichte von einem unvergesslichen Abstecher im äußersten Süden des afrikanischen Kontinents.

Nachdem wir bereits eine Woche im Krüger Nationalpark verbrachten und dort die Big Five bestaunten, fuhren wir in der zweiten Woche die Garden Route von Port Elizabeth nach Kapstadt. Eigentlich wollten wir den Abstecher in den De Hoop Nationalpark auslassen, da die Zeit hierfür nicht ausreichte.

Auf unserer Etappe von Wilderness nach Hermanus entschieden wir uns dann spontan doch für den „kleinen“ Abstecher nach De Hoop. Unser Ziel war ein kleiner Dünenparkplatz nahe Koppie Alleen, der nur wenige Meter von der Küste entfernt liegt. Es hieß, dass man von dort jede Menge Wale vorbeiziehen sehen könne. Das reichte als Motivation!

Die Fahrt dorthin gestaltete sich jedoch sehr zeitaufwendig: rund 150 Kilometer öde Schotterpiste lagen vor uns. Die ließen wir über uns ergehen. In Malgas erwartete uns dann das erste Highlight: die Überquerung des Breeriver. Natürlich gab es eine kleine Fähre. Und was für eine! Die Fähre entpuppte sich als kleiner Ponton auf dem etwa drei Autos Platz fanden. Angetrieben wurde die „Fähre“ ausschließlich durch Muskelkraft. Zwei junge Fährmänner zogen die Fähre entlang eines Stahlseils von Ufer zu Ufer. Unglaublich! Um die Leistung besser würdigen zu können, bat ich darum, selbst einmal mithelfen zu dürfen. Nach kurzer Zeit musste ich jedoch entkräftet aufgeben. Die Jungs waren bemerkenswert und ihre Leistung ebenso!

Weiter ging es in Richtung Koppie Alleen. Dort angekommen liefen wir die Dünen hinauf, wo sich uns eine traumhafte Kulisse mit freiem Blick auf den aufgewühlten Ozean eröffnete. Und: in der Ferne waren tatsächlich die versprochenen Wale zu beobachten. Immer wieder kamen ihre Körper aus dem Wasser, bevor sie sich mit ihren Rücken und einem riesigen Splash wieder ins Wasser fallen ließen. Ein atemberaubendes Naturschauspiel, das uns den Atem stocken ließ. Wir verbrachten einige Zeit an diesem wunderschönen Ort, der nur knapp 100 Kilometer vom südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents (Kap Agulhas) entfernt liegt, und genossen den Blick auf den Ozean, die tolle Stimmung und die Einsamkeit.

Wie so oft sind es die vermeintlich kleinen Momente, die eine Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Abseits der großen Pfade lassen sich Land und Leute am besten erkunden. Da lohnt es sich, nicht immer den einfachsten und direktesten Weg zum Ziel zu nehmen.

Hast du die anderen Folgen unserer Reihe verpasst? Hier kannst du sie noch einmal nachlesen:

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