Island Skogarfoss

Die Geschichte zum Bild: Island – Ziel des Massentourismus

Heute stellen wir euch ein weiteres Foto aus unserer Serie „Die Geschichte zum Bild“ vor. Im zweiten Teil verschlägt es uns wieder in den Norden. Diesmal nach Island. Island: die Insel aus Feuer und Eis im Nordatlantik. Island: wo Erdgeschichte hautnah erlebt werden kann. Island: ein Outdoor-Eldorado. Leider aber auch Island: ein Ziel des Massentourismus.

Im Sommer 2015 flogen wir nach Island. Ein Reiseziel, das wir schon länger im Blick hatten aber aus diversen Gründen immer wieder verworfen hatten. Nun war es endlich so weit. Die Landschaft ist atemberaubend und die Natur einzigartig. Wir umrundeten die Insel mit unserem Mietwagen in knapp drei Wochen. Viel zu kurz natürlich, wie immer. Aber das wussten wir vorher. Was wir auch wussten: Island ist längst nicht mehr ein Geheimtipp und wird im Sommer von vielen Touristen aus aller Welt besucht. Was wir nicht wussten: dass es mittlerweile so viele sind. Es waren so viele, dass wir zum ersten Mal unsere Reiseplanung an die Gegebenheiten vor Ort anpassen mussten. Schließlich wollten wir unsere Reiseerlebnisse nicht mit 15 Busladungen Kreuzfahrttouristen teilen.

Wir entschlossen uns daher, den Tagesablauf so zu verschieben, dass wir die größten Attraktionen erst am frühen Abend besuchten. Dann, wenn der Großteil der Kreuzfahrttouristen bereits warm und trocken am Buffet steht. Die langen Sommertage machten dies möglich und so waren wir bis spät abends unterwegs und schliefen morgens lange aus. Eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellte. Dennoch waren wir natürlich nicht alleine und so manch ein Fotospot stellte uns vor eine große Herausforderung, diesen menschenleer zu fotografieren.

Ein gutes Beispiel ist das Titelbild dieses Artikels. Der Skógarfoss im Süden der Insel ist eine beliebte Sehenswürdigkeit für viele Reisende. Und ja, der Wasserfall ist beeindruckend und pflegt sich optisch sehr schön in den Fels ein. Ein tolles Fotomotiv. Aber was machen wir nur mit den vielen Menschen, die sich alle zum x-ten Mal vor dem fallenden Wasser fotografieren und fotografieren lassen? Wir beschlossen, zunächst den oberen Bereich des Wasserfalls in Augenschein zu nehmen und uns so erstmal einen Überblick zu verschaffen.

Auf dem Rückweg war es dann soweit: die Massen hatten es sich wieder in ihren Bussen bequem gemacht und posteten spätestens jetzt ihre soeben gemachten Selfies in den Sozialen Medien. Es waren nun deutlich weniger Menschen unterwegs. Allerdings gab es immer noch kleinere Grüppchen, die sich direkt vor dem Wasserfall aufhielten. Nun ja, als Hobbyfotograf bin ich es gewohnt, eine Weile für ein Foto zu warten. Aber diese Situation war schon extrem. Plan B musste her. Glücklicherweise befand sich in der Nähe eine leicht abgesenkte Ebene, die einen ca. 40 Zentimeter „hohen“ Wall bildete. Wenn ich mich möglichst flach auf den Boden lege und mit dem „Wall“ die Menschen verdecke, hätte ich mein Bild im Kasten. Gesagt, getan. Das Ergebnis ist das Bild zu dieser Geschichte.

Island - Ziel des Massentourismus

Diese und ähnliche Geschichten sind leider keine Einzelfälle und wir erleben es auf unseren Reisen leider sehr oft, dass es vielen Urlaubern oft nur darum geht, schnell ein Selfie vor einer Attraktion zu machen und anschließend zur nächsten zu hechten. In Island wurde dieser Eindruck durch die hohe Anzahl an Besuchern leider noch verstärkt.

Da sich in Island viele Wasserfälle, Lavafelder, etc. im Privatbesitz befinden, können die Eigentümer auch selbst entscheiden, wie sie mit den Besuchermassen umgehen wollen. In der Zwischenzeit wurden die Zufahrtswege zu einigen Attraktionen geschlossen oder deren Besichtigung ist kostenpflichtig geworden. Eine traurige Entwicklung.

Dennoch bleibt Island ein großartiges Reiseziel zu jeder Jahreszeit und wartet mit einer überwältigenden Landschaft und Natur auf. Wer sich nicht nur entlang der Hauptattraktionen bewegt sondern auch mal abseits der großen Pfade, kann eine spannende und unberührte Landschaft erleben, wie sie schwerlich woanders noch einmal zu finden ist.

Island: wir kommen wieder!

Hast du die anderen Folgen unserer Reihe verpasst? Hier kannst du sie noch einmal nachlesen:

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