Astrofotografie die Zweite – Die Milchstraße

Im Mai habe ich über meine ersten Gehversuche zum Thema Astrofotografie berichtet. Wie ich damals dazu gekommen bin und wie schwer ich mich damit getan habe, könnt ihr hier noch einmal nachlesen. Der aufmerksame Leser hat vielleicht noch im Hinterkopf, dass ich mir für den Spätsommer ein weiteres Etappenziel gesteckt habe: das Fotografieren der Milchstraße. Gesagt, getan. Ich arbeitete mich in der Zwischenzeit durch diverse Bücher, Online Tutorien und Ratgeber, machte Probeaufnahmen und trainierte, meine Kamera blind zu bedienen.

Nachdem ich in der Theorie alles durchgegangen war, ging es im nächsten Schritt darum, einen geeigneten Zeitpunkt zu finden. Hierzu mussten zunächst mehrere Fragen geklärt werden:

  1. Zu welcher Jahreszeit ist die Milchstraße „dekorativ“ am Himmel zu sehen?
  2. In welcher Himmelsrichtung ist die Milchstraße zu sehen?
  3. Wo gibt es Orte, die möglichst dunkel sind und von der Lichtverschmutzung weitestgehend verschont bleiben?
  4. Welche Orte bieten in der präferierten Himmelsrichtung einen fotogenen Vordergrund?
  5. Wann ist Neumond, bzw. wann geht der Mond unter? Schließlich benötigen wir völlige Dunkelheit.
  6. Wann ist Nachts der Himmel klar? Sprich: wann ist gutes Wetter?

Bis auf die letzte Frage ließen sich alle anderen sehr gut recherchieren und vorbereiten. Mögliche Orte waren ausfindig gemacht, potentielle Zeiträume waren gefunden. Es konnte also losgehen. Somit ging es gleich an drei Abenden im September (oder soll ich besser Nächten sagen?) in die Lüneburger Heide nach Oberhaverbeck. Ja, manchmal ist das Einfache so nah. Und ja, es war wirklich dunkel! Es präsentierte sich ein großartiger Sternenhimmel und eine Milchstraße, die selbst mit bloßem Auge deutlich mehr als nur zu erahnen war. Doch seht selbst. Die nachfolgende Fotostrecke zeigt meine Ausbeute.

Gleichzeitig habe ich eine neue Technik bzw. Facette der Fotografie ausprobiert und mit der Astrofotografie verknüpft: die Zeitraffer. Bei der Zeitrafferfotografie wird die Kamera so positioniert und programmiert, dass sie über einen längeren Zeitraum in einem fest vorgegebenem Intervall vom selben Standpunkt aus dasselbe Motiv fotografiert. Zu Hause am heimischen PC werden die Einzelbilder aufbereitet und zu einem Film zusammengesetzt. Auf diese Weise können minimale Bewegungen oder Veränderungen einer Szenerie, die in Echtzeit nur schwer wahrzunehmen sind, in sehr kurzer Zeit sichtbar gemacht werden. Ideale Voraussetzungen, um den „Sternenzug“ bzw. die Erdrotation zu visualisieren.

 

Für die, die es ganz genau wissen wollen: der Film ist aus ca. 200 Einzelbildern entstanden. Jedes Bild wurde 20 Sekunden lang belichtet. Das Aufnahmeintervall betrug 15 Sekunden. Zu Hause habe ich daraus dann eine kurze Zeitraffersequenz berechnen lassen und diese zu einem Kurzfilm zusammengesetzt.

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